Die Geschichte des Marktes Au i. d. Hallertau 


Der Ort ist - ebenso wie die gesamte Hallertau - geprägt durch den Hopfenbau. Der Begriff HOPFEN erscheint immer wieder, z. B. Hopfenhalle, Hopfenfest, Hopfenkönigin, Hopfenstraße, Hopfensiegelweg, Am Hopfenhang u.v.m.

In der Markt- und Siegelgemeinde Au i. d. Hallertau wurde bis Ende 2003 in den gemeindeeigenen Hopfenhallen Hopfen abgewogen, zertifiziert und für Brauereien in aller Welt (u. a. England, Russland, USA) Naturhopfen aufbereitet und verpackt.
Im Markt Au i. d. Hallertau befindet sich auch ein Verarbeitungsbetrieb, der Naturhopfen zu Pellets verarbeitet. Unsere Siegelgemeinde ist unterteilt in so genannte Fachwartbereiche, die von gewählten Hopfenpflanzern nach außen vertreten werden.


Geschichte
Au in der Hallertau, an der Abens gelegen, wurde vermutlich um das Jahr 500 n. Chr. gegründet. Erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1000. Enge Verbundenheit mit den Geschlechtern, die das Schloss begründet hatten, blieb bis zum heutigen Tag bestehen. Erstes Geschlecht sind die Grafen von Moosburg (der letzte starb 1281). Es folgen die Grafen von Abensberg, Preysing, Thurn, Törring-Seefeld und seit 1846 die Freiherren Beck von Peccoz, die das Schloss zum Großteil neu erbauten und noch heute bewohnen. Graf Ulrich III. von Abensberg hat für Au vom niederbayerischen Herzog die Marktrechte erwirkt, die Kaiser Karl IV. 1349 bestätigte. Erst 1448 erhielt der Markt von Kaiser Friedrich III. ein Wappen: Ein grünes Schild, auf dem drei weiße Rosen platziert sind. Die Kämpfe des Landshuter Erbfolgekrieges zu Beginn des 16. Jahrhunderts führten zu einer Brandkatastrophe, die Markt und Schloss verwüsteten. Dasselbe Schicksal erlitt der Markt im Dreißigjährigen Krieg, in dem jedoch Schloss und Kirche verschont blieben. Auch die Kriege des 18. Jahrhunderts und die Feldzüge Napoleons gingen nicht spurlos an Au vorüber.

Das niederbayerische Au beherbergte vor dem ersten Weltkrieg 1214 Einwohner, von denen 71 ihr Leben im Krieg lassen mussten. Die Jahre nach dem Krieg, die Inflation mit ihren wirtschaftlichen Sorgen lasteten schwer auf Au. Es folgte jedoch ein kaum geahnter Aufschwung. Der zweite Krieg der Jahre 1939 -1945 schlug jedoch wieder tiefe Wunden ins wirtschaftliche Leben des Marktes, die erst allmählich überwunden werden konnten. Der Hopfen wurde in steigendem Maße die Hauptarbeits- und Einnahmequelle von Au. Lebhafte Bautätigkeit durch Siedlungsbauten und Bauten des Marktes (Schulen, Straßen, Kanalisation und Kläranlage, Hopfenhallen) schafften rege Betätigung.

Der Markt Au i.d. Hallertau, umgeben von seinen berühmten Hopfengärten und ausgedehnten Wäldern, geht einer neuen wirtschaftlichen Entwicklung entgegen. Die "Deutsche Hopfenstraße", die Bundesstraße 301, ist die Lebensader, die seit Jahrhunderten Au mit seinen wichtigsten Nachbarstädten Mainburg, Moosburg und Freising verbindet. Von großer Bedeutung war die Gebietsreform von 1978. Die ehemals selbständigen Gemeinden Abens, Günzenhausen, Haslach, Osseltshausen, Osterwaal, Rudertshausen, Reichertshausen und Sillertshausen wurden, nach Auflösung des Landkreises Mainburg, dem Markt Au i. d. Hallertau, Landkreis Freising, Regierungsbezirk Oberbayern, angegliedert. Im Landesentwicklungsprogramm ist der Markt Au i. d. Hallertau als Kleinzentrum ausgewiesen.


Chronik
Die Geschichte des Marktes Au i.d. Hallertau von der grauen Vorzeit bis heute (1988) fassten Kooperator Johann Schmid (Teil 1) und Joseph Weiß (Teil 2) in dem Buch AU IN DER HALLERTAU - CHRONIK EINES MARKTES zusammen.
 
Das Werk ist leider vergriffen.